Landesentwicklungsplan Sachsen-Anhalt und Steinbruch in Ballenstedt
Ich möchte auch ein paar Worte zum 1. Entwurf des Landesentwicklungsplanes Sachsen-Anhalt 2010 sagen. Dort steht unter XXII. Hartgestein Ballenstedt-Rehköpfe folgendes: „Im Bereich des Harznordrandes wurden hier durch Bohrungen oberdevonische bis unterkarbonische Grauwacken nachgewiesen, die die Herstellung hochwertiger gebrochener Gesteinskörnungen erlauben, die im Straßenbau über Sachsen-Anhalt hinaus auch in Zukunft dringend benötigt werden. Ein Aufschluss dieser Lagerstätte soll den Tagebau Rieder ersetzen, der kurzfristig erschöpft sein wird. Trotz der Sensibilität des Standortes Harz mit den Hauptnutzungszielen Natur und Landschaft sowie Tourismus wird der Rohstoffnutzung an diesem Standort der Vorrang eingeräumt, um die im Landesinteresse liegende, durchgehende Versorgung mit qualitätsgerechten Hartgesteinen abzusichern.“
Zu dieser geplanten Entwicklung hat sich die Gemeinde Rieder sowohl in der Presse als auch auf einer Einwohnerversammlung in Ballenstedt öffentlich bekannt. Wir haben auch volles Verständnis für die Ängste der Belegschaft des Schotterwerkes und die in dem offenen Brief geäußerten Argumente und Meinungen. Nicht nur ihre 25 Arbeitsplätze sind bedroht, sondern auch die ca. 105 Arbeitsplätze von Fuhrunternehmern, in den Mischwerken und von Handwerkern.
Können die Gegner des Steinbruchs wirklich auf 130 Arbeitsplätze verzichten?
Sind sie der Meinung, dass eine entsprechende Anzahl von Ersatzarbeitsplätzen im Tourismus geschaffen werden können?
Braucht man in Ballenstedt keine höheren Einnahmen aus der Gewerbesteuer?
Sollen keine Straßen mehr instand gesetzt werden?
Oder wird hier nach der Devise verfahren, tätigt die Eingriffe in die Natur bitte nicht in unserem Bereich, sondern bei meinem Nachbarn?
Oder sollen hier Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden, um dann über lange Wege die Grauwacke heranzufahren?
Soll es umweltfreundlicher sein, wenn Hunderte von LKW´s über den Harz z.B. durch Harzgerode die Grauwacke herantransportieren?
Die Erschließung von Steinbrüchen werden immer Eingriffe in die Natur sein. Wenn die wirtschaftliche Notwendigkeit gegeben ist, kann es eigentlich nur heißen, wie kann man die Eingriffe minimieren oder auf eine andere Art und Weise ausgleichen. Die entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen durch das Schotterwerk sind bekannt. Über weitergehende Wünsche kann man sicher mit dem Betrieb noch diskutieren.
Sind sie der Meinung, dass eine entsprechende Anzahl von Ersatzarbeitsplätzen im Tourismus geschaffen werden können?
Braucht man in Ballenstedt keine höheren Einnahmen aus der Gewerbesteuer?
Sollen keine Straßen mehr instand gesetzt werden?
Oder wird hier nach der Devise verfahren, tätigt die Eingriffe in die Natur bitte nicht in unserem Bereich, sondern bei meinem Nachbarn?
Oder sollen hier Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden, um dann über lange Wege die Grauwacke heranzufahren?
Soll es umweltfreundlicher sein, wenn Hunderte von LKW´s über den Harz z.B. durch Harzgerode die Grauwacke herantransportieren?
Die Erschließung von Steinbrüchen werden immer Eingriffe in die Natur sein. Wenn die wirtschaftliche Notwendigkeit gegeben ist, kann es eigentlich nur heißen, wie kann man die Eingriffe minimieren oder auf eine andere Art und Weise ausgleichen. Die entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen durch das Schotterwerk sind bekannt. Über weitergehende Wünsche kann man sicher mit dem Betrieb noch diskutieren.
Vor diesen Überlegungen stand auch der Abgeordnete Steffen Gurke aus Ballenstedt, der bei der Abstimmung über dieses Problem die Landesinteressen höher bewertet hat als die Stadtinteressen. Diese Mehrheitsentscheidung sollte eigentlich akzeptiert und nicht ein einzelner Abgeordneter einem Spießrutenlauf ausgesetzt werden.
Die Einwohner von Rieder leben mit ihrem Steinbruch, der sich in etwa der gleichen Entfernung befindet wie der geplante in Ballenstedt, schon seit Jahrzehnten. Durch Veränderung der Sprengmethoden nach der Wende ist von Lärm, Erschütterungen und Staub nichts mehr zu merken. Für uns in Rieder gilt, dass wirtschaftliche Notwendigkeiten unter weitgehender Beachtung ökologische Fragen realisiert werden müssen. Die Standorte für Steinbrüche liegen im Allgemeinen nun einmal im Gebirge mit Wald und lassen sich nicht in die Börde oder die Altmark verlegen.
In dem Konzept des Schotterwerkes hat es natürlich in den letzten Monaten Veränderungen gegeben. Um den Ballenstedtern entgegen zu kommen, gibt es Überlegungen, die Grauwacke über ein Transportband über den Baumwipfeln nach Rieder zu transportieren, dort zu verarbeiten und mit Fahrzeugen abzutransportieren. Dazu muss man natürlich dort die Brecheranlage weiter betreiben und es kann unter diesen Bedingungen nicht der gesamte Bereich sofort renaturiert werden.